Butyrat und seine Bedeutung für die Gesundheit

Butyrat – Diese kurzkettige Fettsäure scheint zahlreiche positive Effekte nicht nur auf den Darm, sondern auf viele weitere gesundheitliche Aspekte zu haben. Wir zeigen, was Butyrat ist, welche Wirkung durch Studien belegt werden konnte, wie man am besten davon profitieren kann und was man vor der Einnahme und dem Kauf beachten sollte.

Darmflora und Butyrat

Bild: © Alex – Fotolia

Was ist Butyrat?

Butyrat ist eine kurzkettige Fettsäure, die auf natürliche Weise im Darm entsteht. Sie ist das Salz der Buttersäure, welche u.a. in Lebensmitteln wie Ghee oder, wie der Name es vermuten lässt, Butter zu finden ist.

Butyrat ist enorm wichtig für einen gesunden Darm. Darüber hinaus vermuten Forscher, dass die Fettsäure für zahlreiche weitere gesundheitliche Aspekte wie Übergewicht, Immunsystem, Hautgesundheit, neurologische Funktionen, Blutzucker, Krebs oder mitochondrialer Funktion von entscheidender Bedeutung ist.

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Um von der Wirkung von Butyrat zu profitieren, sollte man in erster Linie seine Darmflora stärken, was primär durch eine ballaststoffreiche Ernährung gelingt. Denn unsere “positiven” Darmbakterien nutzen geeignete Ballaststoffe als Nahrungsquelle.

Dieser Prozess wird als Fermentierung oder Fermentation bezeichnet. Butyrat entsteht als Resultat der Fermentierung, nachdem Bakterienarten wie Clostridium, Eubacterium oder Butyrivibrio geeignete Ballaststoffe in kurzkettige Fettsäuren umgewandelt haben.

Zu diesen Fettsäuren zählen Acetat, Propionat und eben auch Butyrat. Welche Ballaststoffe dafür am geeignetsten sind, erfährst du weiter unten in diesem Artikel.

Übrigens gibt es Butyrat mittlerweile auch isoliert als Kapseln zu kaufen, welche ersten Forschungen zufolge auch in dieser Form sehr positive Effekte für die Gesundheit zu haben scheinen.

Zu den teils erwiesenen und teils momentan untersuchten Effekten von Butyrat zählen:

  • Schutz vor chronischen Darmerkrankungen (Darmentzündungen, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
  • Stärkung der Darmbarriere
  • Schutz vor Nervenschäden
  • Energiegewinnung der Darmzellen
  • Entzündungshemmung
  • Verbesserung des Haut-Immunsystems [1]
  • Verbesserung der mitochondrialen Funktion
  • Verbesserung der Insulinsensitivität
  • Effekte gegen Krebs
  • Effekte gegen Übergewicht
  • Antidepressive Effekte

 

Lebensmittel/Quellen von Butyrat

Butyrat wird im Darm produziert. Die Butyrat-Produktion ist abhängig von der Menge und Komposition des intestinalen Mikrobioms (“Darmflora”) sowie vom pH-wert des Dickdarms. [2, 3]

In einem sauren Milieu (niedriger pH-Wert) scheinen sich Butyrat-produzierende Bakterien wohler zu fühlen und sie können sich besser gegen andere Bakterienarten durchsetzen. [4]

Propionat- und Acetat-produzierende Bakterien scheinen ein alkalisches Gefilde (höherer pH-Wert) zu bevorzugen. Ein Butyrat-Mangel ist also auf eine ungünstige Komposition der Darmbakterien sowie auf einen hohen pH-Wert zurückzuführen, bzw. scheint es hier eine Wechselwirkung zu geben.

Butyrat ist in Form von Buttersäure auch in verschiedenen Lebensmittel enthalten.

Lebensmittel, die Butyrat enthalten:

  • Butter
  • Ghee
  • Rohe Milch
  • Bestimmte Pflanzenöle
  • Manche Käsesorten (v.a. Parmesan)
  • Kombucha (bei geeigneter Herstellung)

Um die eigene Butyrat-Produktion im Darm zu erhöhen, sollte man v.a. ballaststoffreiche Lebensmittel zu sich nehmen. Vor allem Lebensmittel, die reich an resistenter Stärke sind, scheinen sich förderlich auf die Butyratmenge auszuwirken. [5]

Gute Quellen dieses Ballaststoffes sind zum Beispiel unreife Bananen, Kartoffeln oder Reis. Man sollte jedoch stets auf eine ausgewogene Ballaststoffzufuhr achten, da auch die Vielfalt der Darmflora sehr wichtig ist.

Folgende Ballaststoffe sind u.a. förderlich für die Produktion kurzkettiger Fettsäuren und die Darmgesundheit: [6, 7]

  • Inulin (Topinambur, Knoblauch, Radicchio, Artischocken, Zwiebeln)
  • Pektin (Äpfel, Orangen, Aprikosen, Karotten, Tomaten)
  • Resistente Stärke (Bananen, Reis, kartoffeln)
  • Fructooligosaccharide (FOS) (Artischocke, Zwiebeln, Knoblauch, Löwenzahn)
  • Guarkernmehl (Lebensmittelzusatzstoff aus der Guar-Bohne)
  • Arabinogalactan (Karotten, Radieschen, Birnen, Mais, Weizen und Tomaten)

 

Butyrat und ein gesunder Darm

Butyrat scheint ein entscheidender Faktor für einen gesunden Darm zu sein.

Die Fettsäure dient den Darmzellen als wesentliche Energiequelle. In den Mitochondrien der Darmzellen wird 70-90 % des vorhandenen Butyrats oxidiert und zu Acetyl-Coenzym A umgewandelt.

Acetyl-CoA wird anschließend durch den Citratzyklus in hohe Mengen ATP (wichtigster Energieträger der Zellen) umgewandelt. [8]

Daneben soll Butyrat die Darmschleimhaut schützen und die Darmbarriere stärken. Des Weiteren ist Butyrat vor allem für seine Wirkung gegen Entzündungsprozesse wichtig.

Ein Butyrat-Mangel kann mit folgenden Darmerkrankungen einhergehen [9, 10]:

  • Entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa
  • Darmkrebs [11]
  • Reizdarmsyndrom
  • Durchfall

Ein Artikel aus dem Fachjournal Gastroenterology Review analysierte zahlreiche Studien zu Butyrate und möglichen Effekten beim Reizdarmsyndrom, kurz Reizdarm.

Dabei handelt es sich um eine sehr häufige Funktionsstörung des Darms, bei der Betroffene unter Darmbeschwerden, für die sich trotz gründlicher ärztlicher Untersuchungen keine körperliche Ursache findet, leiden.

Nach Analyse zahlreicher Studien kommen die Autoren zu dem Ergebnis, dass Butyrat-Supplementation eine vielversprechende Therapie gegen Reizdarm darstellt. [12]

Unter anderem wurde eine Studie mit 66 Reizdarmpatienten analysiert, bei der die Einnahme von Butyrat Kapseln nach zwölf Wochen zu signifikanten Rückgängen der Reizdarm-Symptome, wie Bauchschmerzen und Stuhlgangbeschwerden führte. [13]

Weitere Forschungen zeigen, dass Butyrat auch Morbus Crohn Patienten helfen kann. [14]

Eine Studie (2013) zeigte, dass Butyrat in Form von Buttersäure Darmbeschwerden, Schmerzen und Entzündungen signifikant reduzieren kann, was bei Morbus Crohn und anderen entzündlichen Darmerkrankungen extrem hilfreich ist. [15]

Darüber hinaus deuten mehrere Studien darauf hin, dass die Fettsäure möglicherweise auch gegen Darmkrebs effektiv ist. [16, 17, 18]

Es zeigte sich u.a., dass Butyrat die Zellarchitektur der Krebszellen beeinflussen kann und dadurch das Absterben der Zellen bewirkt. Dies könnte einer der Gründe sein, warum eine erhöhte Ballaststoffaufnahme mit einem geringeren Risiko für Darmkrebs assoziiert wird.

 

Wirkung von Butyrat gegen Entzündungen

Mittlerweile zeigen mehrere Studien, dass Butyrat entzündungshemmende Effekte besitzt. Die Fettsäure kann nicht nur bei entzündungsbedingten Krankheiten helfen, sondern hat wohl auch positive Effekte auf die Immunantwort. [19]

Entzündungen sind wohl bei den meisten Krankheiten ein Faktor, weshalb ein Mehr an Butyrat im Körper bei vielen Krankheiten mit entzündungsbedingten Ursachen hilfreich ist.

Werfen wir einen genaueren Blick auf die Studienlage: Im Labor zeigte sich, dass die Zugabe von Butyrat zu Zellkulturen die Aktivität von entzündungsfördernden Zellen und Proteinen unterdrückt. [20]

Versuche an Mäusen ergaben, dass die Supplementation mit Butyrat-fördernden Ballaststoffen Entzündungsreaktionen durch bakterielle Toxine regulieren kann. [21]

Wurde Mäusen hohe Mengen Alkohol zugeführt zeigte sich, dass die vorherige Zufuhr von Butyrat zu signifikant weniger Entzündungsschäden führte im Vergleich zur Kontrollgruppe. Butyrat scheint also die Schäden eines Alkoholkonsums reduzieren zu können. [22]

 

Abnehmen, Diabetes und Insulinresistenz

Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass übergewichtige Personen und Typ 2-Diabetiker eine veränderte Darmflora im Vergleich zu normalgewichtigen, gesunden Personen aufweisen.

Es wird davon ausgegangen, dass kurzkettige Fettsäuren und Probiotika positive Effekte beim metabolischen Syndrom haben, welches durch die Faktoren abdominelle Fettleibigkeit, Bluthochdruck, veränderte Blutfettwerte und Insulinresistenz gekennzeichnet ist. [23]

In einer Studie (2007) an übergewichtigen Mäusen zeigte sich, dass die Behandlung mit Butyrat über einen Zeitraum von 5 Wochen zu einem Rückgang des Körpergewichts um 10,2% und einer Reduzierung des Körperfettanteils um 10% führte.

Die Butyrat-Supplementation bewirkte laut den Forschern eine Erhöhung der Energieverbrennung und mitochondrialen Funktion. Außerdem führte Butyrat zu einer verbesserten Insulinsensitivität, also der Empfindlichkeit der Körperzellen bzw. der Insulinrezeptoren gegenüber Insulin ( Eine geringe Insulinsensitivität bezeichnet man auch als Insulinresistenz). [24]

Humanstudien gibt es leider noch keine, doch zeigen die Tierversuche sehr interessante Effekte und geben Anlass zur Hoffnung, dass übergewichtige Personen und Diabetiker durch den Aufbau einer gesunden Darmflora und auch durch die Supplementation mit Butyrat deutliche Verbesserungen ihres Zustandes erzielen können.

 

Auswirkungen auf das Gehirn und Nervenzellen

Butyrat, im Speziellen Natriumbutyrat, kann laut einer Tierstudie zusammen mit Sport die Neuroplastizität der Hirnzellen und das Langzeitgedächtnis verbessern. [25]

Neuroplastizität ermöglicht das Lernen neuer Dinge. Als Neuroplastizität versteht man funktionelle und strukturelle, adaptive Veränderungen im Bereich des zentralen Nervensystems. Dies ist für gesunde Personen wichtig aber auch für z.B. Schlaganfallpatienten ein wesentlicher Faktor zum Aufbau verlorener Fähigkeiten.

Ein Schlaganfallmodell mit Mäusen ergab, dass Natriumbutyrat die Entwicklung neuer Nervenzellen nach Hirnschädigungen begünstigt [26]

Auch bei anderen Arten von Nervenschäden scheint Butyrat hilfreich zu sein: Zum Beispiel zeigte sich, dass Natriumbutyrat Nervenschäden im Ohr bei einer Antibiotikabehandlung verhindern kann. [26]

Neben Natriumbutyrat scheinen auch 3-Hydroxy-Butyrat (3-OBA) [27] und 4-Phenylbutyrat (4-PBA) neuroprotektive Effekte zu haben.

Neben den direkten Effekten von Butyrat auf Nervenschäden und Neuroplastizität ergaben Tierversuche auch, dass Butyrat-produzierende Bakterien bei Gehrinschäden und neurodegenerativen Krankheiten hilfreich sein können und Schäden regenerieren sowie davor schützen können [28, 29]

 

Depressionen und Stress

Die Supplementation mit Natriumbutyrat zeigte in Tierversuchen deutliche antidepressive Effekte. [30]  Auch wenn Mäuse chronischem Stress ausgesetzt wurden, zeigte sich die Einnahme von Butyrat als depressionsmindernd [31]

Auch hier scheint der neuroprotektive Effekt von Butyrat eine Rolle zu spielen, da einer der Mechanismen dieser Wirkung darin besteht, dass Butyrat die Menge mehrerer Proteine im Hippocampus erhöht, die für das Wachstum von Nervenzellen verantwortlich sind. [32]

Butyrat scheint deshalb kräftigend zu wirken und die psychische und emotionale Stabilität und Robustheit zu erhöhen. Auch generell gegen Stress scheint Butyrat zu wirken. Es kann deshalb bei Medikamenten, die unter Stress weniger effektiv sind, eingesetzt werden. [33]

 

Butyrat Kapseln: Meine Erfahrungen

Da ich gerne an mir selbst experimentiere und immer, wenn ich auf ein interessantes Nahrungsergänzungsmittel stoße neugierig werde, habe ich Butyrat Kapseln ausprobiert.

Es war nicht einfach, überhaupt ein geeignetes Produkt zu finden. Im stationären Handel (DM, Rossmann & Co.) sind Butyrat Kapseln noch nicht angekommen und in stationären Apotheken konnte ich auch keine finden. Bei Online Apotheken gibt es vereinzelt Produkte zu kaufen, doch ich wurde schließlich auf Amazon fündig.

Es handelt sich dabei um amerikanische Kapseln mit der Bezeichnung “Sodium Butyrate” also zu deutsch Natriumbutyrat. Dies Verbindung soll am besten wirken und am verträglichsten sein im Vergleich etwa zu Calcium- oder Magnesiumbutyrat.

(Tipp: Das erwähnte Produkt findest Du hier*)

Das erste was einem auffällt, wenn man die Dose aufmacht, ist der intensive Geruch. Oft wird er mit herzhaftem Käse verglichen und manchmal auch mit diversen Körperflüssigkeiten, jedenfalls war er für mich sehr gewöhnungsbedürftig.

Zum Glück sind die Kapseln leicht zu schlucken und daher stört der Geruch kaum. Ich nehme die Kapseln erst seit ca. 1 Woche, sodass ich noch keine signifikanten Effekte feststellen kann.

Was ich zu bemerken meine, ist dass ich Körperfett verloren habe, obwohl ich nichts an meiner Ernährung oder sportlichen Aktivität verändert habe. Außerdem scheine ich etwas mehr Energie zu haben.

Falls ich weitere Effekte bemerke, werde ich diesen Artikel aktualisieren. Ansonsten kann man in den Rezensionen auf Amazon sehr oft von positiven Effekten bei chronischen Darmentzündungen und anderen Darmkrankheit und -beschwerden lesen.

Alles in allem kann ich das Produkt für alle, die Butyrat Kapseln kaufen möchten, empfehlen.


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