Wobenzym – Inhaltsstoffe, Dosierung, Nebenwirkungen

Wobenzym ist das bekannteste und etablierteste Enzympräparat auf dem Markt. Doch wie wirkt es und was sollte man bei der Anwendung beachten? Gibt es vielleicht bessere Alternativen? Diese Fragen und vieles mehr beantworte ich in diesem Artikel.

Wobenzym

Als Ernährungsberater bin ich von den Möglichkeiten der Enzymtherapie fasziniert. Erfreulicherweise wird Enzymen auch in der etablierten Medizin immer mehr Aufmerksamkeit geschenkt.

Wenn es um Enzyme geht, dann kommt man an Wobenzym nicht vorbei. Seit nunmehr fast 60 Jahren ist das Präparat erhältlich und hat gezeigt, dass es effektiv gegen Entzündungen und Schmerzen helfen kann.

Wobenzym kann bei sehr vielen entzündungsbedingten Problemen angewendet werden. Studien und Erfahrungen zeigen, dass es bei folgenden Beschwerden hilft:

  • Gelenkentzündungen, Arthrose
  • Rheuma
  • Muskelbeschwerden
  • Rückenschmerzen
  • Schulterschmerzen
  • Sportverletzungen (Prellungen, Verstauchungen, Zerrungen oder Überlastungsschäden)
  • Blasenentzündungen
  • Venenentzündungen
  • Prostatitis

Doch was ist Wobenzym genau? Was macht es so besonder und so effektiv? Das Geheimnis liegt in den drei Wirkstoffen, die in Wobenzym kombiniert werden.

Welche Inhaltsstoffe stecken in Wobenzym?

Blicken wir einmal genauer auf die drei Inhaltsstoffe in Wobenzym, die für die gesundheitlichen Effekte verantwortlich sind: Bromelain, Rutin und Trypsin

1. Bromelain

Bromelain ist im Hauptbestandteil ein Eiweiß-abbauendes (proteolytisches) Enzym, das vor allem im Stamm der Ananaspflanze vorkommt. Es wirkt entzündungshemmend und kann Schwellungen reduzieren.

Isoliert wurde Bromelain erstmals im späten 19. Jahrhundert. Das Enzym besitzt eine Schlüsselrolle in der Verdauung und kann bei vielen gesundheitlichen Beschwerden helfen.

2. Rutin

Rutin ist ein sekundärer Pflanzenfarbstoff (Flavonoid), der in diversem Obst- und Gemüse enthalten ist. Es ist vor allem aufgrund seiner durchblutungsfördernden und entzündungshemmenden Wirkung bei Wissenschaftlern und Ärzten bekannt.

Es besitzt außerdem mögliche Effekte gegen Diabetes, diverse Darmerkrankungen und wird oft zur Behandlung von Ödemen verwendet.

3. Trypsin

Trypsin zählt wie Bromelain zu den Enzymen. Es  ist insbesondere für den Verdauungsvorgang im Dünndarm entscheidend. Isoliert wird es vor allem bei Personen, denen Enzyme des Verdauungsprozesses fehlen, eingesetzt.

Manche Personen verwenden Trypsin direkt auf der Haut zur Behandlung von Wunden und Geschwüren. Das Enzym baut abgestorbene Hautzellen ab und lässt dadurch gesundes Gewebe nachwachsen.

Die Kombination dieser Inhaltsstoffe macht die Wirkung von Wobenzym aus

Die drei Wirkstoffe in Wobenzym haben also alle für sich positive Effekte bei entzündungsbedingten Erkrankungen.

Doch erst durch die Kombination besitzt Wobenzym einmalige entzündungshemmende und antirheumatische Fähigkeiten und kann dem Körper dabei helfen, sich selbst zu heilen. Denn die Kombination erhöht die Aktivität der einzelnen Wirkstoffe und verbessert so ihre Effektivität.

Enzyme sind natürlich im Körper vorkommende Eiweißmoleküle, die zahlreiche Stoffwechselprozesse ermöglichen und beschleunigen. Traditionell werden tierische und pflanzliche Präparate mit Enzymen von Kulturen auf der ganzen Welt bei verschiedenen Erkrankungen eingesetzt.

Laut zahlreichen Studien können Enzyme die Durchblutung verbessern, das Immunsystem stärken, Entzündungen hemmen und die Entstehung von Tumoren verhindern.

In Deutschland werden jährlich rund 2 Millionen Patienten mit Enzymen behandelt. Aus diesen Erfahrungen weiß man , dass eine Enzymtherapie:

  • Zu einer Reduktion von Ödemen und Schwellungen führt.
  • Schmerzen schnell reduzieren kann.
  • Die Fließeigenschaften des Blutes verbessern kann.
  • Entzündungsbedingte Gelenkbeschwerden wie Morgensteifigkeit, Schmerzen und Bewegungseinschränkung effektiv verringern kann.

Anwendungsgebiete von Wobenzym

Entzündungen

Wobenzym wird vor allem bei entzündungsbedingten Beschwerden und Erkrankungen eingesetzt. Entzündungen sind Reaktionen des Körpers auf schädliche Reize und werden durch die 5 klassischen  Entzündungszeichen Rötung, Schwellung, Überwärmung, Schmerz und funktionelle Einschränkung gekennzeichnet.

Dabei bewirken bestimmte Botenstoffe des Immunsystems eine Weitung der Blutgefäße, wodurch das entzündete Gebiet stärker durchblutet wird. Die Enzyme in Wobenzym, vor allem Bromelain und Trypsin, wirken entzündungshemmend und beschleunigen den Abbau und Abtransport von Fibrinablagerungen und Plasmaproteinen, die bei einer Entzündung entstehen.

Wobenzym kann die Entzündung nicht verhindern, sondern ihren Ablauf und die Heilung beschleunigen. Es kann grundsätzlich bei jeder entzündungsbedingten Erkrankung helfen, von Gelenk-, über Venen-, bis hin zu Blasenentzündungen.

Wobenzym bei Gelenkbeschwerden, Arthrose, Rheuma

Arthrose, Arthritis und Rheuma sind in den meisten Fällen auf eine Entzündung zurückzuführen. Sie gehen meist mit anhaltenden Schmerzen und einer eingeschränkten Beweglichkeit einher.

Die Erkrankung an sich kann viele Ursachen haben, etwa Überbelastung, einen Unfall oder eine angeborene Fehlstellung. Die Ursache der Schmerzen liegt jedoch meistens an einer Entzündung. Daher ist der Einsatz von Wobenzym bei Gelenkbeschwerden meistens sinnvoll.

Die enthaltenen Enzyme beschleunigen den Entzündungsprozess, wodurch die Beschwerden gelindert werden. Wobenzym führt zu einer Abschwellung des entzündeten Bereiches, wodurch der Druck auf die umliegenden Gebiete und Nerven abgesenkt wird.

Außerdem wird die Durchblutung des betroffenen Bereichs verbessert, was zusätzlich zu einer Symptomminderung führt.

Nach einer OP

Durch eine Operation werden vorhandene Beschwerden beseitigt und in den allermeisten Fällen auch die Lebensqualität des Patienten verbessert. Doch dabei wird der Körper auch verletzt, was zu einer Entzündung führen kann, die mit Schmerzen und eingeschränkter Beweglichkeit einhergeht.

Wobenzym kann auch hier eingesetzt werden, um die Entzündung zu beschleunigen, die Beschwerden zu lindern und eine zügigere Heilung herbeizuführen. Jedoch darf das Präparat kurz nach einer OP nur in Abstimmung mit dem behandelnde Arzt eingenommen werden, da die Gefahr für Blutungen steigen kann.

Verletzungen (Sport, Arbeit, etc.)

Viele Experten im Bereich der Enzymtherapie glauben, dass Enzyme bei der Behandlung der schätzungsweise rund einer Million Sportverletzungen in Deutschland pro Jahr eine immer bedeutendere Rolle spielen werden.

Studien der TU München mit Eishockey- Bundesligaspielern haben ergeben, dass die Enzymtherapie bei typischen Sportverletzungen wie Stauchungen und Prellungen zu einer um die Hälfte kürzeren Heilungszeit führen kann.

Wobenzym hilft nicht nur bei Sportverletzungen, sondern bei allen Verletzungen, sowohl bei solchen, bei denen die Haut nicht beschädigt ist (z.B. blauer Fleck), als auch bei offenen Wunden. Außerdem sind hier auch  Mikrotraumen der Muskulatur zu nennen, die zu Muskelkater führen.

In all diesen Fällen kommt es durch die Reaktion des Immunsystems zu einer Entzündung, bei der durch eine erhöhte Durchblutung Immunzellen zum verletzten Bereich transportiert werden. Außerdem kommt es zu einer Wärmeentwicklung und einer Schwellung des Gebietes.

Auch hier lässt sich die Heilung durch Wobenzym beschleunigen. Die enthaltenen Enzyme beschleunigt die Entzündung und damit die Ursache für den Schmerz.

Rückenschmerzen

Rückenschmerzen sind nach Erkältungen der häufigste Grund für einen Arztbesuch. Die möglichen Ursachen sind vielfältig und komplex: Langes Sitzen oder Stehen, Verspannungen, falsche Bewegungen, Übergewicht oder eine Überbeanspruchung der Muskulatur sind nur einige der möglichen Hintergründe.

Bei vielen dieser Ursachen ist eine Entzündung vorhanden, die hauptsächlich für die Schmerzen verantwortlich ist. Wobenzym kann auch hier wiederum den Entzündungsprozess und die Heilung beschleunigen.

Der betroffene Bereich schwillt ab, wodurch der Druck auf die Nerven gesenkt wird und die Schmerzen nachlassen. Außerdem kehrt allmählich auch die Beweglichkeit wieder zurück.

Die richtige Anwendung, Dosierung und Einnahme

Die Einnahme der Wobenzym-Tablette erfolgt unzerkaut ca. 30-60 Minuten vor einer Mahlzeit zusammen mit etwas Wasser.

Falls vom Arzt nicht anderweitig verordnet, beträgt die Tagesdosierung 6 bis 12 Tabletten, wobei die Dosierung auf 3 Einheiten aufgeteilt wird. Je nach Schweregrad und Ausprägung der Entzündung ist die Dosierung unterschiedlich.

Vor der Anwendung sollten in jedem Fall die Einnahmehinweise in der Packungsbeilage sorgfältig durchgelesen werden. Im Idealfall sollte ein Arzt nach der passenden Dosierung befragt werden.

Wobenzym sollte bei akuten Entzündungen so lange eingenommen werden, bis sich die Beschwerden vollkommen gebessert haben. Die maximale Tagesdosis darf nicht überschritten werden.

Wie kann die Wirkung von Wobenzym verbessert werden?

Die Inhaltsstoffe in Wobenzym wirken entzündungshemmend und können zuverlässig gegen entzündungsbedingte Beschwerden helfen. Doch durch Kombination mit Vitalstoffen kann diese Wirkung noch verbessert werden.

Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente fungieren als Co-Faktoren für Enzyme und können daher deren Effektivität erhöhen. Beispielsweise kann Zink über 150 Enzyme aktivieren. Dasselbe gilt für Omega-3-Fettsäuren und Bioflavonoide.

Allgemein kann dies durch eine vitalstoffreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse erfolgen oder durch zusätzliche Einnahme eines hochwertigen Multivitamin-Präparates. Empfehlenswert ist auch die Supplementation mit Vitamin C und Teufelskralle.

Welche Nebenwirkungen hat Wobenzym?

Nebenwirkungen von Wobenzym treten eher selten auf und sind in der Regel gering. Gelegentlich kann es bei der Einnahme zu Völlegefühl, Blähungen oder einem weicheren Stuhl kommen.

In seltenen Fällen kann es zu Durchfall oder Übelkeit kommen. Sehr seltene Nebenwirkungen sind allergische Reaktionen, Erbrechen, Schwitzen, Hungergefühle oder Kopfschmerzen.

Wenn diese Nebenwirkungen auftreten oder sich die Schmerzen mit der Einnahme verstärken, sollte Wobenzym abgesetzt und ein Arzt zu Rate gezogen werden. Die Nebenwirkungen treten verstärkt mit zunehmender Dosierung auf.

Im Fall einer Überdosierung mit einhergehenden Nebenwirkungen sollte ebenfalls umgehend ein Arzt konsultiert werden.

Wechselwirkungen

Antikoagulanzien und Thrombozytenaggregationshemmer: Bei gleichzeitiger Einnahme dieser gerinnungshemmenden Substanzen kann es zu Blutungen durch wechselseitige Wirkungsverstärkung kommen.

Tetracyclinen (Antibiotika): Wirkung und Nebenwirkungen dieser Medikamente können durch die Kombination mit Wobenzym erhöht werden.

Gegenanzeichen

Bei Allergien gegen die Inhaltsstoffe Bromelain, Trypsin oder Rutin (Rutosid) darf Wobenzym nicht eingenommen werden.

Außerdem darf das Medikament nicht von Personen mit Blutgerinnungsstörungen, Leberschädigungen oder Patienten, die eine Blutwäsche (Dialyse) benötigen eingenommen werden.

Des Weiteren ist die Einnahme kurz vor oder nach Operationen nur nach ausdrücklicher Genehmigung durch den behandelnden Arzt erlaubt.

Schwangerschaft, Stillzeit und Anwendung bei Kindern

Zum jetzigen Zeitpunkt ist nicht geklärt, welche Risiken die Einnahme von Wobenzym in der Schwangerschaft und Stillzeit besitzt. Aus diesem Grund wird sicherheitshalber vom Gebrauch abgeraten.

Zur Anwendung bei Kindern gibt es unterschiedliche Angaben. Da der Wirkstoff Bromelain enthalten ist, ist die Anwendung bei Kindern unter zwölf Jahren jedoch nicht ratsam.

Wo kann man Wobenzym kaufen?

Wobenzym ist ein rezeptfreies Medikament, das es in stationären Apotheken, Online-Apotheken und anderen Online Shops (z.B. Amazon) zu kaufen gibt.

Das Präparat ist in unterschiedlichen Verpackungsgrößen erhältlich (100, 200, 360 und 800 Tabletten). Es gibt verschiedene Wobenzym-Produkte zu kaufen (sh. unten für eine ausführliche Auflistung).

Welche Alternativen gibt es?

Als seriöse Alternativen zu Wobenzym sind vor allem die folgenden Produkte zu nennen:

Bromelain-POS: Im Gegensatz zu Wobenzym enthält dieses Produkt lediglich den Wirkstoff Bromelain. Es wirkt vor allem abschwellend und schmerzreduzierend, indem es den Druck im betroffenen Bereich verringert.

Karazym: Enzym-Kombinationspräparat mit Bromelain, Papain, Pankreatin und Rutin. Es wird vom Hersteller vor allem für stark belastete Gelenke, zur Verkürzung der Regenerationszeit belasteter Muskeln (z.B. beim Sport) sowie für Frauen vor und während der Menstruation und Menopause empfohlen.

Innovazym: Hochwertiges Enzympräparat aus den Enzymen Bromelain, Papain und Lysozym in Kombination mit zahlreichen Vitaminen, Vitalstoffen, Bioflavonoiden, Q 10 und Omega-3-Fettsäuren. Es wird zur Stärkung des Immunsystems und gegen entzündungsbedingte Beschwerden empfohlen.

Die verschiedenen Formen von Wobenzym im Überblick

Wobenzym ist in folgenden Ausführungen erhältlich:

Wobenzym (ehemals Wobenzym Plus): Das Standard-Wobenzym-Produkt zur Behandlung von akuten und chronischen Entzündungen sowie Durchblutungsstörungen.

Wobenzym Immun: Kombination von Wobenzym mit den Vitalstoffen Vitamin C, D, Zink und Selen. Diese Kombination ist sinnvoll, da so die Aktivität der Enzyme verstärkt wird.

Phlogenzym Mono: Dieses Präparat wird vor allem zur Abschwellung eingenommen. Empfohlen wird es primär bei Verletzungen oder nach Operationen im Nasen- und Mundbereich.  Aufgrund der blutverdünnenden Wirkung sollte die Anwendung nach einer Operation jedoch unbedingt mit dem behandelnden Arzt abgestimmt werden.

Wobenzym Sport: Kombinationsprodukt aus Bromelain, Vitaminen,  Montmorency-Sauerkirsche, Kurkuma und Weihrauch, das vor allem die Regenerationsphasen im Sport unterstützen soll.

Wobe Mucos: Kombinationsprodukt aus den Enzymen Papain, Trypsin und Chymotrypsin, das zum Diätmanagement bei Krebspatienten während und nach der Chemo- und/oder Strahlentherapie bestimmt ist.

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