Das Spurenelement Molybdän

Molybdän ist ein lebensnotwendiges Spurenelement. In diesem Artikel erfährst du, welche Funktion und Wirkung es hat, wie es zu einem Mangel kommen kann und was man vor der Supplementierung beachten sollte.

Molybdän

Was ist Molybdän?

Molybdän ist ein essentielles (lebensnotwendiges) Spurenelement, das einige wichtige Funktionen im Körper erfüllt.

Die wichtigste Rolle erfüllt Molybdän als Cofaktor für Enzyme und ist dadurch für den Abbau bestimmter Aminosäuren unerlässlich.

Molybdän kommt in natürlicher Form in Böden vor und gelangt in unseren Körper, wenn wir pflanzliche aber auch tierische Lebensmittel konsumieren.

Dabei schwankt der Molybdängehalt von pflanzlichen Lebensmitteln aufgrund der verschiedenen Anbauregionen stark.

Zu den besten pflanzlichen Quellen zählen im Allgemeinen Bohnen, Erdnüsse, Linsen und Getreide. Doch auch Fleisch und Milchprodukte enthalten das Spurenelement.

Studien zeigen, dass Molybdän, wenn es in Soja-Produkten konsumiert wird, nur schlecht vom Körper aufgenommen werden kann. Bei anderen Lebensmittel scheint dies jedoch nicht der Fall zu sein

Unser Körper benötigt sehr wahrscheinlich nur geringe Mengen des Spurenelements, wodurch ein Molybdänmangel eher selten ist. In bestimmten Fällen kann dies jedoch vorkommen.

 

Molybdän in Lebensmitteln

Der tägliche Bedarf an Molybdän kann in der Regel sehr gut durch die Ernährung gedeckt werden. Gemüse, Getreide und Fleisch zählen zu den besten Quellen.

Laut einer Studie weisen jedoch folgende Lebensmittel den höchsten Molybdängehalt auf:

  • Seoritae, eine schwarze Sojabohne (33 μg / 100 g)
  • Mungobohnen (27 μg / 100 g)
  • Erdnüsse (21 μg / 100 g)
  • Rote Bohne (16 μg / 100 g)
  • Kürbiskerne (12 μg / 100 g)

Soja und andere Hülsenfrüchte, Getreide und Ölsaaten sowie andere pflanzliche Lebensmittel enthalten oft Phytinsäure, die den Pflanzen als Speicher für Phosphat und Kationen dient, die der Keimling zum Wachstum benötigt.

Phytinsäure soll jedoch Molybdän (und andere Mineralien) an sich binden, wodurch diese schlechter vom Körper aufgenommen werden können.

 

Wie hoch ist der tägliche Bedarf?

Die tägliche Menge an Molybdän, die der Mensch über die Nahrung aufnehmen sollte, ist nicht vollständig geklärt – daher kann der Bedarf bisher nur geschätzt werden.

Klar ist, dass sowohl zu wenig als auch zu viel des Spurelements negative gesundheitlich Folgen haben kann.

Die folgenden Werte sind die Referenzwerte der DGE, die aufgrund von Studien geschätzt wurden:

AlterMolybdän µg/Tag
Säuglinge (0 bis 4 Monate)7
Säuglinge (4 bis 12 Monate)20-40
Kinder (1 bis 4 Jahre)25-50
Kinder (4 bis 7 Jahre)30-75
Kinder (7 bis 10 Jahre)40-80
Kinder (10 bis 15 Jahre)50-100
Jugendliche und Erwachsene50-100

In der Regel wird der Bedarf in Deutschland durch die Ernährung ausreichend gedeckt. Bei einer Reihe von Belastungen könnte jedoch ein Mehrbedarf entstehen.

Mögliche Gruppen für einen Mehrbedarf an Molybdän sind:

  • Ernährung mit stark industriell verarbeiteter Nahrung
  • Belastung mit Chemikalien
  • Gestörter Darmflora
  • Darmentzündungen, Morbus Crohn
  • Bei Sulfitempfindlichkeit

 

Molybdänmangel

Ein Molybdänmangel ist eher selten und unwahrscheinlich. Wie oben beschrieben betragen die Referenzwerte für die tägliche Zufuhr von Molybdän 50-100 μg.

Diese Mengen werden in Deutschland im Durchschnitt durch die Ernährung gedeckt bzw. sogar übertroffen.

Es gibt jedoch auch seltene Fälle, in denen es bereits zu einem Molybdänmangel gekommen ist.

Bei einem Patienten, der im Krankenhaus künstlich ernährt wurde und kein Molybdän erhielt, kam es zu schweren Symptomen wie schnellerem Herzschlag, Erbrechen, Orientierungslosigkeit und Koma.

Ein langfristiger Molybdänmangel wurde auch bei bestimmten Teilen der Bevölkerung mit einem erhöhten Risiko für Speiseröhrenkrebs in Verbindung gebracht.

Ein Beispiel dafür ist eine Region in China, in der Speiseröhrenkrebs 100 Mal öfter auftritt als in den USA. In diesem Gebiet enthalten die Böden nur sehr wenig Molybdän, was auf längere Sicht zu einem Mangel führt. [Studie]

Diese Beobachtung gibt es auch in Gebieten des nördlichen Irans und Südamerikas, bei denen die Bewohner einen Molybdänmangel und ein erhöhtes Risiko für Speiseröhrenkrebs aufweisen. [Studie, Studie]

Wie bereits erwähnt muss man sich allerdings in Deutschland In den meisten Fällen keine Sorgen machen, zu wenig Molybdän aufzunehmen.

Bei einigen Krankheiten ist jedoch ein Mangel möglich. Dazu zählen chronische Darmentzündungen, eine seltene angeborene Stoffwechselerkrankung namens Molybdän-Cofaktor-Defizienz, aber auch eine Störung der an sich gesunden Darmflora.

In Fällen eines Mangels ist der Stoffwechsel von Sulfiten und Nukleotiden gestört. Des Weiteren sinkt die Produktion von Harnsäure und der antioxidative Schutz.

Es kann dann zu folgenden Symptomen kommen:

  • Atembeschwerden
  • Durchfälle
  • Bauchkrämpfe
  • Übelkeit
  • Benommenheit
  • Stimmungsschwankungen
  • Juckreiz

 

Wirkung von Molybdän als Cofaktor

Die wichtigste Funktion von Molybdän ist seine Rolle als Cofaktor.

Ein Cofaktor (auch Kofaktor) ist ein Überbegriff für verschiedene Moleküle, die für die Funktion von bestimmten Enzymen wichtig sind. Damit ist Molybdän an vielen wichtigen Prozessen im Körper beteiligt.

Nachdem wir das Spurenelement durch die Nahrung aufnehmen, wird es aus Magen und Darm ins Blut aufgenommen und an verschiedene Stellen wie etwa die Nieren oder die Leber transportiert.

Dort wird ein Teil des Spurenelements gespeichert. Der Großteil wird jedoch in den Molybdän-Cofaktor umgewandelt.

Dieser wird dann für folgende drei Enzyme verwendet:

  • Aldehydoxidase ist ein Enzym, das den Abbau von Aldehyden katalysiert, die für den Menschen giftig sein können. Außerdem ist bekannt, dass es Nicotin zu Cotinin oxidiert. Des Weiteren hilft es der Leber dabei, Alkohol und Medikamente abzubauen.
  • Sulfitoxidase ist ein Enzym, das die Umsetzung von Sulfit zu Sulfat katalysiert. Dadurch wird verhindert, dass sich schädliche Mengen Sulfit im Körper aufbauen.
  • Xanthinoxidase ist ein Metalloenzym, das die Oxidation von Hypoxanthin und Xanthin zu Harnsäure in Niere und Leber katalysiert. Dadurch werden nicht mehr benötigte Nukleotide abgebaut und durch den Urin ausgeschieden.

Ist die Synthese des Molybdän-Cofaktors gestört, wodurch die Enzyme Sulfitoxidase, Xanthinoxidase und Aldehydoxidase in ihrer Aktivität eingeschränkt sind, kann es zu einer Molybdän-Cofaktor-Defizienz kommen.

Dies ist eine seltene autosomal-rezessive vererbte Krankheit und führt zu giftigen Ablagerungen von Sulfit im Gehirn.

Als Therapiemöglichkeit bietet sich eine Supplementation von Molybdän in Form von Molybdat an.

Als Cofaktor besteht Molybdäns wichtigste Funktion im Abbau von Sulfiten.

Diese kommen in Lebensmitteln auf natürliche Weise vor und können, wenn sie sich im Körper anreichern zu allergischen Reaktionen führen, darunter Durchfall, Atembeschwerden und Hautirritationen.

 

Möglicher Schutz vor Karies

Molybdän hat vermutlich auch einen Einfluss auf die Entwicklung von Karies.

Eine gesunde Aufnahme von Molybdän wird mit einem geringeren Kariesrisiko in Verbindung gebracht. [Studie]

Wahrscheinlich kann Molybdän die Aufnahme und die Speicherung von Fluoriden erleichtern. Dies könnte zur Senkung von Karies beitragen.

In einer Studie, in der die Zähne von Kühen mit molybdänhaltigem Fluorid behandelt wurden, heilten die betroffenen Stellen besser aus. [Studie]

 

Nebenwirkungen und Überdosierung

Die höchste Dosierung von Molybdän, die beim Menschen wahrscheinlich ungefährlich ist beträgt 500μg täglich.

Diese Menge sollte aber nicht über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, da nicht sicher ist, welches die Langzeiteffekte sind.

Eine Überdosierung ist im Normalfall unwahrscheinlich und meist das Resultat einer Kontaminierung des Grundwassers und der Böden, wodurch erhöhte Mengen in Lebensmittel gelangen.

Hohe Molybdänwerte können zu Gicht-ähnlichen Symptomen führen, da sich die Harnsäurewerte im Körper erhöhen. [Studie]

Hohe Mengen Molybdän können des Weiteren zu einem Kupfermangel führen. Deshalb sollten Personen mit einem Kupfermangel sehr vorsichtig sein, wenn sie Molybdän als Nahrungsergänzungsmittel einnehmen.

 

Anwendung, Dosierung, Einnahme

Neben der Ernährung kann Molybdän auch supplementiert werden.

Obwohl andere Verbindungen existieren bestehen die meisten Produkte aus Natriummolybdat.

Die meisten Hersteller empfehlen die Einnahme von 1 Kapsel täglich mit 150µg Natriummolybdat.

 

Molybdän kaufen

Molybdän kann vor allem im Internet als Kapseln gekauft werden.

Diese bestehen zumeist aus Natriummolybdat und enthalten pro Kapsel 150µg der Substanz.

Für 100 Kapseln zahlt man in der Regel zwischen 10 und 15 €.

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