GABA – Wirkung & Anwendung

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Gamma-Aminobuttersäure (GABA) ist der wichtigste inhibitorische (hemmende) Neurotransmitter des Zentralnervensystems.

Chemisch strukturell ist es eine nicht-proteinogene Aminosäure, die durch einen enzymatischen Prozess aus L-Glutaminsäure gebildet wird.

Wie Dopamin und Serotonin ist GABA ein Neurotransmitter und wirkt hauptsächlich im Gehirn, wo es die Gefühlslage des Menschen entscheidend beeinflusst.

Die vollständige Informationsübertragung in den Nervenzellen, die alle körperlichen Funktionen ebenso wie unsere Gefühle, unser Denken und Handeln steuert, wird von Neurotransmittern geregelt.

Das Andocken des Neurotransmitters an entsprechende Rezeptoren im Gehirn bewirkt eine Verminderung der Erregbarkeit von Nervenzellen und eine Verlangsamung bestimmter Stoffwechselprozesse.

Dieser Effekt macht sich durch einsetzende Entspannungsgefühle, einen erholsameren Schlaf und eine Abnahme von Angstzuständen bemerkbar. Auch die Schmerzempfindlichkeit wird spürbar herabgesetzt.

 

Wirkung

Stress und Angststörungen

Das Gehirn gibt schwache elektrische Impulse (Gehirnwellen) ab, welche an der Oberfläche des Kopfes gemessen werden können. Die Frequenz der Gehirnwellen steht in Beziehung mit verschiedenen Arten von mentalen Zuständen und Aktivitäten.

GABA kann die Aktivität von Alpha-Wellen im Gehirn erhöhen und die Aktivität von Beta-Wellen senken. Dies führt zu Entspannung bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der Konzentration.[1]

Sowohl in Untersuchungen an Tieren als auch an Menschen konnte gezeigt werden, dass sich immer dann, wenn die Wirkung von GABA im Gehirn gehemmt wird, die Wahrscheinlichkeit der Entwicklung einer Angststörung deutlich vergrößert.

Tägliche Mengen von 50 bis 200 mg zeigten sich bereits als effektiv zur Reduzierung von Stresshormonen. Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sind bislang nicht gut dokumentiert, deshalb sollte immer ein Auge auf neu durchgeführte Studien geworfen werden.

 

Human Growth Hormone (HGH, oder Somatropin)

Es gibt Hinweise darauf, dass eine Erhöhung der GABA-Konzentration im Gehirn die Ausschüttung des Wachstumshormons HGH erhöhen kann. [2]

Diese Wirkung wurde erstmals in Tierstudien dokumentiert. Später konnten kleinere Untersuchungen an menschlichen Probanden diesen Effekt bestätigen. In manchen dieser Versuche zeigte sich eine Erhöhung von HGH um 500%.

Eine spätere Studie untersuchte die Wirkung von GABA auf Bodybuilder. Es zeigte sich, dass die HGH-Werte durch Einnahme des Neurotransmitters erhöht wurden, jedoch nur, wenn der Neurotransmitter kurz vor dem Training eingenommen wurde.[3]

Andernfalls ergaben sich keine positiven Effekte. Zum jetzigen Stand wird davon ausgegangen, dass GABA nur in Zusammenhang mit anstrengender sportlicher Aktivität Auswirkungen auf das Wachstumshormon besitzt.

 

GABA und hoher Blutdruck

Einige Studien deuten an, dass GABA zusammen mit anderen Medikamente eine blutdrucksenkende Wirkung haben kann.

Eine Studie befasste sich mit einem fermentierten Milchprodukt, welches große Mengen des Neurotransmitters enthielt. Die Studie wurde an 39 Personen mit leichtem Bluthochdruck durchgeführt. Über die Einnahmedauer von 12 Wochen bewirkte das Produkt eine signifikante Senkung, sowohl des systolischen als auch des diastolischen Blutdrucks.[4]

Eine Studie aus dem Jahr 2009 untersuchte die Wirkungsweise eines Chlorella-Produktes, dass überdurchschnittlich reich an GABA war, auf Probanden mit leicht erhöhtem Blutdruck. Auch diese Studie fand eine signifikant senkende Wirkung. [5] Ob der Neurotransmitter auch isoliert so effektiv ist, kann nicht gesagt werden.

 

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Nebenwirkungen von GABA

GABA besitzt nur geringe Nebenwirkungen, bei Einnahme moderater Mengen. Zu den berichteten Effekten zählen erhöhter Herzschlag, beschleunigte Atmung und ein Kribbeln auf der Haut. Diese Nebenwirkungen halten jedoch nicht lange an.

 

Dosierung

Gegen Stress und Angststörungen können schon 50 bis 200 mg täglich effektiv sein. Mehr als 2000 mg täglich werden nicht empfohlen.


Quellen:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16971751
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/7376786
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18091016
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12627188
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19811362