Studie: Abnehmerfolg hängt von der Aktivität bestimmter Hirnregionen ab


Datum: 18.10.2018

Quelle: Cell Press

Zusammenfassung: Neue Forschungen zeigen, dass eine höhere Aktivität in bestimmten Gehirnregionen eine zentrale Rolle beim Abnehmen spielt. Unter den 24 Teilnehmern hatten jene den höchsten Abnehmerfolg, die eine höhere Aktivität in den Regionen des lateralen präfrontalen Kortex aufwiesen, die mit Selbstbeherrschung in Zusammenhang stehen. Die Ergebnisse deuten an, dass Strategien zur Erhöhung der Selbstbeherrschung, wie kognitive Verhaltenstherapie, zu langfristigem Abnehmerfolg beitragen können.


“Wir haben entdeckt, dass die Kontrolle über das Körpergewicht zu einem großen Teil von Regionen im Gehirn abhängt, die für Selbstbeherrschung und Selbstregulation verantwortlich sind,” so Alain Dagher vom Montreal Neurological Institute in Kanada. “Diese Hirnregion kann Langzeitinformationen mit einbeziehen, wie das Verlangen gesund zu sein, um plötzliche Bedürfnisse zu kontrollieren.”

Zwei Hormone sind dafür verantwortlich, dass Personen während einer Diät zu viel essen: Leptin und Ghrelin. Frühere Studien konnten zeigen, dass sich die Werte dieser Hormone drastisch verändern, wenn Gewicht verloren wird.

Diese Veränderung findet bei jedem statt, der auf einer Diät ist und signalisiert dem Körper, dass etwas außer Balance geraten ist. Bei manchen Personen führt dies dazu, dass sie aufgrund verstärkten Hungers zu viel essen. Andere Personen können sich jedoch besser beherrschen und halten trotz dieses Signals durch.

Die Forscher untersuchten 24 Personen in einer Abnehmklinik, die vor der Diät mit 1.200 kcal/täglich einer funktionellen Magnetresonanztomographie, abgekürzt fMRT oder fMRI (für englisch functional magnetic resonance imaging) unterzogen wurden.

Dabei wurden Regionen wie der laterale präfrontale Cortex, der mit Selbstbeherrschung in Verbindung steht und der ventral mediale präfrontale Cortex, der mit Anreiz, Gelüsten und Wert zusammenhängt, untersucht.

Den Teilnehmern wurden Bilder von appetitanregenden Gerichten und neutrale Landschaftsbilder zur Kontrolle gezeigt. Die Forscher analysierten die Reaktion des Gehirns auf die Essensbilder zu Beginn sowie nach einem und drei Monaten.

Die Reaktion des ventral medialen präfrontalen Cortex war zu Beginn am stärksten und nahm danach schrittweise ab. Bei den Personen, die den höchsten Gewichtsverlust erzielten, war diese Abnahme am größten.

Im Gegensatz dazu stieg die Reaktion im lateralen präfrontalen Cortex während der Studie kontinuierlich an. Die Aktivität in der für Anreiz und Wert verantwortlichen Hirnregion nahm also ab und die Aktivität in der für Selbstbeherrschung verantwortlichen Hirnregion nahm zu.

Die Höhe dieser Zu- bzw. Abnahme korrelierte mit dem Abnehmerfolg der Teilnehmer. Alle Teilnehmer der Studie konnten zwar Gewicht verlieren, jedoch waren jene Teilnehmer am erfolgreichsten, deren fMRt- Werte für eine größere Selbstbeherrschung standen.

Die Forscher schließen aus den Ergebnissen, dass Methoden zur Erhöhung der Selbstbeherrschung, wie kognitive Verhaltenstherapie, vor allem in Stresssituation zu einem Diäterfolg beitragen können.


Journal: Selin Neseliler, Wen Hu, Kevin Larcher, Maria Zacchia, Mahsa Dadar, Stephanie G. Scala, Marie Lamarche, Yashar Zeighami, Stephen C. Stotland, Maurice Larocque, Errol B. Marliss, Alain Dagher. Neurocognitive and Hormonal Correlates of Voluntary Weight Loss in Humans. Cell Metabolism, 2018; DOI: 10.1016/j.cmet.2018.09.024

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