Beta-Glucan – Wirkung, Anwendung, Nebenwirkungen

Beta-Glucan ist ein pflanzlicher, löslicher Ballaststoff. Es gibt davon verschiedene Arten, die jeweils verschiedene Wirkungen besitzen. Wir haben in diesem Artikel alle Fakten zusammengetragen und verraten, welche Effekte Beta-Glucan auf die Gesundheit hat, welche Risiken es gibt und was man unbedingt bei der Einnahme beachten sollte.

By Jawahar Swaminathan, via Wikimedia Commons

Was ist Beta-Glucan?

Beta-Glucan ist ein pflanzlicher Ballaststoff, der in natürlicher Form in Zellwänden von Pilzen, Algen, Hafer und Gerste vorkommt. Beta-Glucan wird als Sammelbegriff für eine Gruppe von β-D-Glucose-Polysacchariden verwendet.

Unterschieden werden diese zum einen nach ihrer natürlichen Quelle, sowie nach deren Anbaubedingungen.  Diese Variationen unterscheiden sich in ihrem molekularen Aufbau, sowie in ihrer Wirkungsweise.

Es wird daran gearbeitet, synthetisches, einheitliches Beta Glucan herzustellen. Dieses befindet sich jedoch noch im Entwicklungsprozess. Deshalb ist es wichtig, bei der Informationsbeschaffung nach der pflanzliche Quelle zu unterscheiden.

 

Wozu wird Beta Glucan verwendet?

Traditionelle Verwendungen

Beta-Glucan wird vor allem in der traditionellen asiatischen Medizin seit Jahrhunderten angewendet. Im Fokus stehen dabei die immunmodulatorischen Effekte des Ballaststoffes. Als Immunmodulation wird die Beeinflussung des Immunsystems durch pharmakologische Wirkstoffe bezeichnet.

Dies kann zur Hemmung des Immunsystems (Immunsuppression) etwa nach Transplantationen und zur Vermeidung einer Abstoßungsreaktion dienen oder auch zur Immunstimulation, also einer Erhöhung der natürlichen Immunreaktion, etwa zur Behandlung von Infektionskrankheiten.

Die traditionelle chinesische und asiatische Medizin nutzt dazu vor allem Heilpilze als Quelle natürlichen Beta-Glucans.

 

Heutige medizinische Verwendung von Beta-Glucan

Studien zur Wirkung von Beta-Glucan fokussieren sich auf die vorbeugende Wirkung des Polysaccharids vor Krebs und kardiovaskulären Krankheiten sowie auf die Wirkung der Substanz auf das Immunsystem. Es gibt deutliche Anzeichen dafür, dass Beta-Glucan die Blutzucker-, Blutdruck- und Cholesterinwerte senken kann.

 

Cholesterinsenkende Wirkung

Beta Glucan hat laut einigen Forschungsergebnissen einen senkenden Effekt auf die Cholesterinwerte, wodurch das Risiko koronarer Herzkrankheiten gleichsam sinkt. Die Einnahme von 3-4 Gramm Beta Glucan aus Hafer oder Gerste kann dabei helfen, das “schlechte” LDL Cholesterin sowie die Gesamtcholesterinwerte zu senken.

Die meisten Forschungen befassen sich mit Beta-Glucan aus Hafer. Jedoch gibt es auch interessante Ergebnisse bezüglich Hefe-Beta-Glucan. Diese Quelle soll das Polysaccharid in noch konzentrierter Form enthalten.

 

Harmonisierung des Blutzuckers

Beta-Glucan ist ein löslicher Ballaststoff. Als solcher besitzt es die Fähigkeit, die Zuckeraufnahme aus der Nahrung zu hemmen. Somit kann es dabei helfen, die Blutzuckerwerte unter Kontrolle zu halten.

Diese Wirkungsweise konnte in frühen Forschungsergebnisse angedeutet werden, muss jedoch noch durch weitere Studien verifiziert werden. In einigen Untersuchungen konnte bereits gezeigt werden, dass Beta-Glucan (aus Getreide) die glykämische Antwort auf Kohlenhydrate verringern kann, wodurch der Blutzuckeranstieg gehemmt wird.

 

Blutdruck senken mit Beta-Glucan

Der Ballaststoff scheint ebenfalls in der Lage zu sein, den Blutdruck zu senken. Vor allem betrifft dies Beta-Glucan, welches aus Hafer stammt. Eine Studie, die im Fachmagazin European Journal of Clinical Nutrition erschienen ist, fand Anzeichen dafür, dass die Wirkungsweise bei Personen mit Übergewicht und hohem Blutdruck am stärksten sei.

Allerdings muss auch hier darauf hingewiesen werden, dass es noch nicht ausreichend viele Studien gibt, die diese Wirkung bestätigen.

 

Hafer als Quelle von Beta Glucan

Hafer ist ein sehr guter Ballaststofflieferant. Haferflocken oder Haferkleie enthalten hohe Mengen löslicher Ballaststoffe. Hafer enthält mehr Ballaststoffe als jedes andere Getreide.

Durch die Einnahme verlangsamt sich die Verdauung und es entsteht ein gewisses Sättigungsgefühl über einen längeren Zeitraum.

Hafer enthält vor allem viel lösliches Beta-Glucan. Der Gehalt variiert je nach Sorte und Anbauzeitraum. Er schwankt in der Regel  zwischen 3 und 6%.

 

Nebenwirkungen

Lösliche Arten von Beta-Glucan, vor allem solche aus Hefe oder Pilzen, sind mit hoher Wahrscheinlichkeit für die meisten Personen ungefährlich und haben nur geringe Nebenwirkungen.

Einige der Nebenwirkungen, die eher selten auftreten, sind etwa:

  • Durchfall
  • Übelkeit
  • Erbrechen

Ob die Einnahme auch für Schwangere oder stillende Mütter sicher ist, kann nicht gesagt werden, da es keine Studienergebnisse dazu gibt. Manche Personengruppen sollten vor der Einnahme einen Arzt konsultieren. Dies betrifft Personen mit folgenden Krankheitsbildern:

  • AIDS
  • Diabetes
  • Hoher Blutdruck