Allicin – Die wichtigste Substanz in Knoblauch

In diesem Artikel erfährst du, welche Effekte die in Knoblauch enthaltene Substanz Allicin auf die Gesundheit besitzt und was du bei der Einnahme und dem Kauf beachten solltest.

Allicin (Knoblauchextrakt)

Das Wichtigste in Kürze

  • Allicin entsteht bei der Zerkleinerung von Knoblauch und wirkt gegen Bakterien, Viren und Pilze. Es wird auch gegen hohes Cholesterin, hohen Blutdruck und Atherosklerose eingenommen.
  • Allicin ist extrem instabil und nur für kurze Zeit in zerkleinertem Knoblauch vorhanden. Beim Kauf von entsprechenden Präparaten muss daher darauf geachtet werden, dass das enthaltene Allicin stabilisiert wurde.
  • Der beste Weg, um von Allicin zu profitieren, ist der Konsum von rohem, frischem Knoblauch (z.B. in Salaten).

Was ist Allicin?

Allicin ist eine Substanz, die bei der Zerstörung von Zellstrukturen von Knoblauch (z.B. durch Pressen oder Schneiden) entsteht. Es wurde 1944 von dem amerikanischen Bio-Chemiker Chester John Cavallito entdeckt und gilt als wichtigster biologisch aktiver Bestandteil von Knoblauch.

In frischem Knoblauch ist eine Aminosäure namens Alliin enthalten. Wenn die Knoblauchzehe zerkleinert oder gehackt wird, wird ein Enzym namens Alliinase freigesetzt. Alliin und Alliinase interagieren miteinander, wodurch Allicin entsteht.

Allicin ist als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich und wirkt u.a. entzündungshemmend und antioxidativ. Es besitzt antibakterielle Effekte und wirkt sogar gegen Bakterien mit mehrfachen Antibiotika-Resistenzen. Es kann außerdem gegen Viren und Pilze eingesetzt werden.

Es löst sich sehr gut in Wasser und kann die Blut-Nervenwasserschranke überwinden, weshalb es bei Infektionen des Nervensystems einen großen Vorteil im Vergleich zu herkömmlichen Antibiotika besitzt.

Außerdem scheint Allicin die Fließeigenschaften des Blutes zu verbessern und somit bei Atherosklerose zu helfen. Es wird außerdem aufgrund seiner blutdruck- und cholesterinsenkenden Effekte untersucht.

Überblick: Wirkung und Anwendungsbereiche von Allicin

Die Forschungen zur Wirkung von Allicin sind zwar in vielen Bereichen noch sehr begrenzt, jedoch deutet vieles darauf hin, dass die Substanz zahlreiche positive Effekte besitzt. Allicin soll bei einer Reihe von leichten Gesundheitsproblemen sowie auch bei schweren Erkrankungen wie Herzkrankheiten und Krebs helfen.

Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass die Substanz antibakteriell und blutdrucksenkend wirkt und bei Atherosklerose helfen kann. Als Nahrungsergänzungsmittel wird es in der Alternativmedizin zur Vorbeugung bzw. Therapie folgender Gesundheitsprobleme eingesetzt:

  • Atherosklerose
  • Bluthochdruck
  • Hoher Cholesterinspiegel
  • Diabetes
  • Bakterielle Infektionen (u.a. auch Borreliose)
  • Pilzerkrankung (z.B. durch Candida albicans)
  • Krebs
  • Übergewicht

Hier einige Erkenntnisse aus der vorhandenen Forschung zu Allicin:

Allicin als Antibiotikum

Bereits Mitte des 20. Jahrhunderts wurde die hohe antimikrobielle, antibiotische Wirksamkeit von Allicin entdeckt. Eine Knoblauchzehe wiegt etwa 5 g und produziert bei einer Verletzung z.B. durch Zerpressen etwa 2 mg Allicin. Allicin ist bereits in Mikrogramm-Mengen antimikrobiell wirksam, woraus eine extrem hohe antibiotische Effektivität der Substanz hervorgeht.

Allicin wurde daher auch als medizinisches Antibiotikum in Betracht gezogen, jedoch erhielt das etwa zeitgleich entwickelte Penicillin der Vorrang, da Allicin sehr geruchsintensiv ist und extrem schnell zerfällt. Doch eventuell muss die Medizin dies noch einmal überdenken. Denn Forschungen zeigen, dass Allicin sogar gegen Bakterien mit mehrfachen Antibiotika-Resistenzen wirkt, was in Zeiten zunehmender Resistenzen große Hoffnungen weckt.

Um die antibakteriellen Eigenschaften der Substanz zu nutzen, kann entweder frischer Knoblauch roh etwa in Salaten gegessen oder stabilisiertes Allicin als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden.

Pilzerkrankungen

In der Alternativmedizin wird Knoblauch schon seit langem zur Behandlung von Scheidenpilz (Candida albicans) empfohlen. In Laborversuchen hat sich Allicin bereits als effektiv zur Bekämpfung von Pilzen der Candida-Gruppe erwiesen.

Laut den Nationalen Gesundheitsinstituten, einer Behörde des US-amerikanischen Gesundheitsministeriums, ist Allicin ein natürliches Mittel gegen Pilze und effektiv bei der Behandlung von Scheidenpilz, Fußpilz und anderen Pilzinfektionen.

Cholesterinsenkende Wirkung

Mehrere Studien haben gezeigt, dass Allicin den Cholesterinspiegel senken kann. In einer Untersuchung wurden 46 Personen mit hohen Cholesterinwerten auf eine fettarme Diät gesetzt und einer 12-wöchigen Behandlung unterzogen, wobei eine Gruppe ein Placebo und die andere ein Präparat mit 9,6 mg Allicin erhielt.

Am Ende der Studie zeigte die Allicin-Gruppe eine signifikant stärkere Reduktion des Gesamtcholesterins und des LDL-Cholesterins (“schlechtes” Cholesterin) im Vergleich zur Placebogruppe [Studie].

Eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2013 ergab, dass die in Knoblauch enthaltenen bioaktiven Stoffe die Gesamtcholesterin- und LDL-Cholesterinwerte bei einer Behandlungsdauer von mindestens zwei Monaten signifikant senken. Außerdem ergab die Studie, dass das Risiko für koronare Herzkrankheiten im Alter von 50 Jahren um 38 % reduziert wird [Studie]

Hoher Blutdruck

Einige Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Allicin dabei helfen kann, den Blutdruck zu reduzieren.

In einer in Pakistan durchgeführten klinischen Studie aus dem Jahr 2013 erhielten  210 Patienten mit hohem Blutdruck entweder Knoblauchtabletten, ein Placebo oder den Betablocker Atenolol.

Das erstaunliche Ergebnis war, dass die Teilnehmer in der Knoblauch-Gruppe deutlichere Verbesserungen des systolischen und diastolischen Blutdrucks im Vergleich zur Placebo- und der Atenolol-Gruppe aufwiesen.

Allicin zum Abnehmen?

Dieser Effekt ist etwas spekulativer und durch Studien noch nicht hinreichend belegt. Trotzdem ist er erwähnenswert. Denn es gibt Hinweise darauf, dass Allicin beim Abnehmen helfen kann bzw. verhindern kann, dass man Gewicht zunimmt. Zum einen wurde dies in Laborversuchen an Ratten festgestellt.

Als den Tieren Allicin verabreicht wurde und diese anschließend auf eine Diät mit hohem Zuckeranteil gesetzt wurden, zeigten sie einen niedrigeren Blutdruck, Insulinspiegel und eine geringere Gewichtszunahme als Ratten, denen kein Allicin verabreicht wurde [Studie]. Dies lässt vermuten, dass Allicin beim Abnehmen helfen kann, obwohl mehr Forschung zur Auswirkung auf Menschen notwendig ist.

Interessant ist zum anderen auch, dass der amerikanische Autor Tim Ferris die Wirkung von Allicin zum Abnehmen in seinem Buch “Der 4-Stunden Körper” bestätigt. Er beschreibt, wie er und seine Testpersonen herausfanden, dass sie bessere Ergebnisse beim Fettabbau erzielten, wenn sie Knoblauchextrakte mit höherem Allicin-Gehalt einnahmen.

Er ist sich aber nicht sicher, ob Allicin alleine diese Wirkung entfaltet oder nur in Kombination mit anderen in Knoblauch enthaltenen Substanzen (wie dem Allicin-Vorläufer Alliin). Daher empfielt er die Einnahme eines Aged Gerlic Extracts (AGE) mit hohem Allicin-Gehalt.

Muskelkater

Allicin könnte dabei helfen, die Regeneration nach sportlicher Betätigung zu verbessern und das Entstehen von Muskelkater zu verringern. Dies ist zumindest das Ergebnis einer Studie aus dem Jahr 2008.

In der Studie nahm eine Gruppe Sportler zwei Wochen lang vor (und zwei Tage lang nach) einem Lauftraining entweder Allicin oder ein Placebo ein. Im Vergleich zur Placebo-Gruppe trat in der Allicin-Gruppe signifikant weniger Muskelkater nach dem Training auf [Studie].

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Als Nebenwirkungen von Allicin in Form von Nahrungsergänzungsmitteln können Durchfall, Blähungen, Übelkeit und Sodbrennen auftreten. Dies sind jedoch in den meisten Fällen keine ernsten Komplikationen. Außerdem kann es zu einem typischen Knoblauchgeruch durch Derivate Allicins kommen.

Da es nur eine geringe Anzahl klinischer Studien gibt, ist wenig über die Sicherheit der langfristigen Nutzung solcher Präparate oder deren Wechselwirkungen mit verschreibungspflichtigen oder rezeptfreien Medikamenten bekannt.

Da Allicin das Risiko für Blutungen erhöhen kann, sollte man vor einer Operation keine entsprechenden Präparate einnehmen. Außerdem ist eine Kombination mit blutverdünnenden Medikamenten zu unterlassen.

Allicin- und Knoblauchpräparate sollten nicht zusammen mit Blutdruckmedikamenten eingenommen werden, da sie den Blutdruck senken können. Über die Sicherheit bei
schwangeren Frauen, stillenden Müttern und Kindern gibt es aktuell keine ausreichenden Erkenntnisse.

Anwendung, Einnahme und Dosierung

Der Konsum von rohem Knoblauch z.B. in Salaten ist der beste Weg, um von den zahlreichen gesundheitlichen Vorteilen Allicins zu profitieren. Darüber hinaus werden Präparate  als Tabletten und Kapseln verkauft.

Oft werden solche Präparate auch lediglich als Knoblauchkapseln bezeichnet. Wichtig hierbei ist, dass es sich um stabilisiertes Allicin handelt. Denn Allicin ist instabil, d.h es zerfällt nach kurzer Zeit wieder in seine Bestandteile. Es gibt jedoch auch stabilisierte Formen.

Es gibt keine empfohlene Standarddosis für Allicin. In dem bekanntesten Allicin-Präparat Allimax sind 180 mg Allicin-Pulver pro Tagesdosierung enthalten.

Was sollte man beim Kauf beachten?

Beim Kauf sollte man darauf achten, dass stabilisiertes Allicin enthalten ist. Eine  2018 veröffentlichte Untersuchung ergab erstaunlicherweise, dass magensaftresistente Kapseln weniger bioverfügbar sind als nicht-beschichtete Präparate.

Es gibt sowohl Allicin- als auch Knoblauch-Kapseln zu kaufen. Wie viel und welche Form von Allicin in Knoblauchpräparaten enthalten ist, hängt von der Herstellung ab. In der Regel sind Allicin-Präparate bioverfügbarer und daher empfehlenswerter.

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