Kava Kava (Piper methysticum)

Kava Kava

Foto: Forest & Kim Starr [CC BY 3.0], via Wikimedia Commons

Kava Kava ist eine Pflanzenart aus der Familie der Pfeffergewächse. Ihre Wurzel wird seit Jahrhunderten in der Südsee zu medizinischen Zwecken verwendet.

Ihre Wirkung ähnelt der von Beruhigungsmittel wie etwa Valium. Außerdem kann sie Krampfanfälle verhindern und die Muskulatur entspannen.

Kava Kava macht zwar nicht süchtig, jedoch scheint ihre Wirkung mit längerer Dauer der Einnahme nachzulassen.

Die Wurzel wird traditionell zu Tee verarbeitet. Heute gibt es auch Kapseln, Tinkturen und Pulver der Pflanze zu kaufen.

In der Vergangenheit gab es ernste Bedenken über die Sicherheit der Einnahme. Präparate aus der Pflanze waren in vielen Ländern, unter anderem in Deutschland, verboten. Momentan dürfen sie wieder unter strengen Auflagen verkauft werden.

 

Kava Kava wird bei folgenden Beschwerden angewendet:

  • Angst
  • Stress
  • Rastlosigkeit
  • Schlafprobleme
  • ADHS
  • Epilepsie
  • Depressionen
  • Psychische Störungen
  • Migräne
  • Chronische Müdigkeit
  • Erkältungen
  • Schmerzen
  • Tuberkulose

 

Was macht Kava Kava besonders?

Kava ist eine robuste Strauchpflanze, die sich in warmen Gebieten am wohlsten fühlt. Sie kann bis zu 3 Meter hoch werden.

Ihr lateinischer Name – Piper methysticum – bedeutet so viel wie berauschender Pfeffer.

In der Südsee soll die Pflanze seit 3000 Jahren, unter anderem bei traditionellen Zeremonien, eingenommen werden.

Das besondere an der Pflanze sind ihre bioaktiven Bestandteile. Diese werden als Kavapyrone (oder Kavalactone) bezeichnet. Es wurden bisher etwa ein Dutzend dieser Stoffe identifiziert.

Grundgerüst der Kavapyrone

Grundgerüst der Kavapyrone

Wirkung von Kava Kava

Studien haben nachgewiesen, dass die Pflanze die Stimmung aufhellen kann und so bei Angst und Depressionen hilfreich ist.

In einer 2013 erschienenen Untersuchung führte die Einnahme eines Extraktes in einer Dosierung von 120 – 240mg zu einer signifikanten Reduzierung von Angstsymptomen.

Die Forscher stellten nur wenige Nebenwirkungen fest und keine negativen Auswirkungen auf die Leber.[1]

Einer der Vorteile in diesem Zusammenhang ist, dass Kava Kava offenbar keine negativen Auswirkungen auf die Reaktionszeit hat. Andere angstsenkende Medikamente erhöhen die Reaktionszeit und eignen sich daher nicht zum Autofahren.

In einer Untersuchung wurde gezeigt, dass 180mg eines Kava-Medikaments keine negativen Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit haben.[2]

 

Angsthemmende Wirkung

Mehrere klinische Studien kommen zu dem Ergebnis, dass die Pflanze Angstsymptome effektiv lindern kann. [3,4]

In einem Review von sieben Einzelstudien wurde festgestellt, dass ein Kava-Extrakt im Vergleich zu einem Placebo deutlich wirksamer bei der Behandlung von Ängsten ist. [5]

Eine weitere Studie kam zu dem Ergebnis, dass die Pflanze bereits nach einer Woche signifikant gegen Angststörungen wirkt.

Andere Untersuchungen kommen sogar zu dem Schluss, dass Kava Kava ähnlich effektiv ist wie pharmazeutische angstlösende Medikamente. Eine Studie suggeriert, dass solche Extrakte, ähnlich wie Valium, die Gehirnwellen beeinflussen und dadurch beruhigende Effekte auslösen. [6]

 

Schlaflosigkeit

Traditionell wird Kava Kava im Südpazifik seit Jahrhunderten bei Schlafproblemen angewendet. Dort scheint es bisher keine Nebenwirkungen gegeben zu haben.

Offenbar ist die Pflanze mit ihrer beruhigenden Wirkung sehr effektiv gegen schlechten Schlaf. Und erste Studienergebnisse bestätigen dies.

Kava Kava kann demnach die Schlafqualität signifikant verbessern und die Zeit bis zum Einschlafen signifikant verringern. [7,8,9]

 

Nebenwirkungen

Kava Kava sollte nur unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden. Es gibt Hinweise darauf, dass es zu schweren Leberschäden kommen kann. Vor allem über einen längeren Zeitraum ist die Einnahme nicht sicher.

 

Vor der Einnahme sollte man folgendes Bedenken:

  • Eine Kombination mit Alkohol oder Medikamenten muss unbedingt vermieden werden.
  • Die Wirkung kann mit Dauer der Einnahme schwächer werden.
  • Haut, Haare, und Nägel können sich kurzfristig verfärben.
  • Es kann zu allergischen Reaktionen kommen.

 

Nachdem aus Deutschland und der Schweiz Forschungsergebnisse erschienen sind, die schwere Leberschäden mit der Einnahme von Kava Kava in Verbindung brachten, wurden solche Präparate in vielen Ländern verboten.

Im Moment können Medikamente aus der Pflanze in Deutschland unter strengen Auflagen wieder eingenommen werden. In jedem Fall sollte die Einnahme unter ärztlicher Aufsicht stattfinden.

 

Einnahme und Dosierung

Meistens bezieht sich die Einnahme auf das Extrakt WS1490. Dreimal täglich 100 mg dieses Extraktes scheinen effektiv und verlässlich gegen Schlaf- und Angstprobleme zu wirken. Über kurze Zeit waren auch Dosierungen von 800 mg täglich für Patienten vertragbar.

Normalerweise geschieht die Einnahme mehrmals am Tag zu Mahlzeiten. Wird die Dosierung nur einmal täglich eingenommen, geschieht dies normalerweise abends vor dem Schlafengehen.


Quellen:
1 http://journals.lww.com/psychopharmacology/Abstract/2013/10000/Kava_in_the_Treatment_of_Generalized_Anxiety.9.aspx
2 http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23259514
3
 http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12383029
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23635869
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10653213
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12369257
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15700178
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/14706720
9 http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4023459/