Diabetes Typ 1: Was Sie über die Zuckerkrankheit wissen müssen

Der Typ-1-Diabetes ist eine Zuckerkrankheit, die meist schon früh im Leben auftritt und nicht heilbar ist. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Ursachen, Symptome, Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten es gibt und wie Sie Diabetes-Typ-1 durch die richtige Ernährung in den Griff bekommen.

Foto: Biswarup Ganguly [GFDL or CC BY 3.0], Wikimedia Commons

Was ist ein Diabetes Typ 1?

Der Typ-1-Diabetes wird in der Regel bei Kindern und Jugendlichen diagnostiziert und wurde daher früher auch als Jugenddiabetes bezeichnet. Er kann aber auch erst im Erwachsenenalter auftreten.

Nur 5% der Menschen mit Diabetes leiden an Typ-1-Diabetes.

Die Krankheit entsteht, wenn das Immunsystem die sogenannten Beta Zellen in der Bauchspeicheldrüse angreift und zerstört. Diese Zellen sind für die Insulinproduktion verantwortlich.

Der Körper produziert beim Diabetes Typ 1 daher kein Insulin mehr. Insulin wird benötigt, um die Zellen mit Energie aus der Nahrung zu versorgen.

Obwohl viel Geld in Forschungen investiert wird, gibt es momentan keine Heilung für diese Form des Diabetes.

 

Diabetes Typ 1: Die Symptome

Die Symptome sind oft sehr subtil, können aber mit der Zeit schlimmer werden.

Zu den Symptomen gehören:

  • Erhöhter Durst
  • Extremer Hunger
  • Häufiges Wasserlassen
  • Ungewollter Gewichtsverlust
  • Bettnässen bei Kindern
  • Ermüdung und Schwäche
  • Verschwommene Sicht
  • Reizbarkeit und andere Stimmungsänderungen
  • Vaginale Hefe-Infektion (bei Frauen)

Anzeichen eines Notfalls:

  • Schnelles Atmen
  • Zittern
  • Verwirrung
  • Fruchtiger Mundgeruch
  • Bauchschmerzen
  • Verlust des Bewusstseins (in seltenen Fällen)

 

Lebenserwartung bei Typ 1 Diabetes

Früher hatten Personen mit Typ 1 Diabetes im Vergleich zu Personen mit Typ 2 Diabetes eine deutlich geringere Lebenserwartung.

Die deutlich verbesserten Behandlungsmöglichkeiten haben jedoch dazu geführt, dass Betroffenen heute länger leben.

Eine 30-jährige Studie der Universität Pittsburg aus dem Jahr 2012 ergab, dass Personen mit einem Typ-1-Diabetes, die nach 1965 geboren wurden, eine durchschnittliche Lebenserwartung von 69 Jahren haben. [1]

 

Diabetes Typ 1: Die Ursachen

Bei Personen mit Diabetes Typ 1 greift das körpereigene Immunsystem die insulinproduzierenden Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse an. Die genauen Ursachen dafür sind bis heute nicht gänzlich zu erklären.

Genetische Faktoren spielen wohl eine Rolle. Aber auch eine virale Infektion, bei der die Viren dem Immunsystem den Befehl geben, die eigenen Zellen anzugreifen, scheint oft die Ursache eines Typ-1-Diabetes zu sein.

Viele Betroffene haben Autoantikörper gebildet, welche eine Anzeichen für eine solche Infektion sind.

Diabetes Typ 1 kann ferner auch zusammen mit anderen Autoimmunerkrankungen wie Morbus Basedow und Vitiligo (Weißfleckenkrankheit) auftreten.

 

Diagnose und Test bei Typ-1-Diabetes

Zur Diagnose eines Diabetes Typ 1 kann der Arzt mehrere Tests durchführen:

 

HbA1c-Test (Hämoglobin A1c)

Hämoglobin (Hb), auch „roter Blutfarbstoff“ genannt, ist ein Bestandteil der roten Blutkörperchen. Als HbA1c bezeichnet man Hb, an das sich ein Zuckermolekül (Glukose) angelagert hat.

Der HbA1c-Test erlaubt einen Rückschluss auf die Menge der Zuckermoleküle, die sich an an das Hämoglobin angelagert haben. Bei gesunden Menschen liegt der HbA1c etwa bei 5%. Ein Wert von über 6,5% ist ein Anzeichen für einen Diabetes.

 

Einfacher Test der Blutzuckerwerte

Zu einem beliebigen Zeitpunkt werden die Blutzuckerwerte bestimmt. Liegen diese über  200 mg/dl (11,1 mmol/l) liegt wahrscheinlich ein Diabetes vor, insbesondere wenn gleichzeitig einige der geschilderten Symptome vorliegen.

 

Test des Nüchternblutzuckerwerts

Dieser Wert wird im Nüchternzustand, d.h. nach mindestens 8 Stunden ohne Nahrungsaufnahme, gemessen. Bei Gesunden beträgt dieser Wert 80 bis 100 mg/dl (4,4 bis 5,6 mmol/l).

Ein erhöhter Nüchternblutzucker (> 100 bis 125 mg/dl bzw. > 5,6 bis 6,9 mmol/l) ist ein Indiz für einen Diabetes.

 

Nach der Diagnose wird der Arzt untersuchen, ob Autoantikörper im Blut vorliegen. Dadurch kann er bestimmen, ob ein Diabetes Typ 1 oder 2 vorliegt.

Auch das Vorliegen von Ketonen im Urin kann ein Indzíz für Typ-1-Diabetes sein.

 

Behandlung des Diabetes Typ 1

Im Zentrum der Behandlung eines Diabetes Typ 1 steht die Kontrolle und Regulierung der Blutzuckerwerte. Diese müssen regelmäßig überprüft werden und Parameter wie Insulinzufuhr, Nahrung und Aktivitäten darauf abgestimmt werden.

Wichtige Bestandteile der Behandlung sind:

  • Einnahme von Insulin
  • Zählen von Kohlenhydraten
  • Regelmäßige Kontrolle der Blutzuckerwerte
  • Anpassung der Ernährung (sh. unten)
  • Sport und Gewichtskontrolle

 

Ernährung bei Typ-1-Diabetes

Personen mit Typ-1-Diabetes müssen bei der Ernährung vor allem auf die Einnahme von Kohlenhydraten achten.

Wie viele Kohlenhydrate in der Nahrung stecken hilft bei der Bestimmung der notwendigen Menge an Insulin, die gespritzt werden muss, um die Blutzuckerwerte auszugleichen.

Kohlenhydrate sind die wesentliche Nährstoffgruppe, die den Blutzucker ansteigen lässt. Getreideprodukte, Obst und Süßigkeiten haben einen sehr hohen Kohlenhydratanteil.

Die meisten Gemüsearten haben recht wenig Kohlenhydrate. Fleisch, Fisch, Käse etc. haben kaum Kohlenhydrate.

Protein und Fett lassen die Blutzuckerwerte zwar auch ansteigen, jedoch wesentlich geringer als Kohlenhydrate.

Die meisten Betroffenen können ihren Blutzucker recht gut durch die Steuerung der Kohlenhydratzufuhr kontrollieren.