Bromelain – Wirkung & Anwendung

By Elke Wetzig (elya) (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html), CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/) or CC BY-SA 2.5-2.0-1.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5-2.0-1.0)], via Wikimedia Commons

Foto: By Elke Wetzig (elya) (Own work) [GFDL, CC-BY-SA-3.0 or CC BY-SA 2.5-2.0-1.0]

Bromelain (auch Bromelin oder Ananas-Extrakt) ist eine Mischung mehrerer Bestandteile, von denen ein Eiweiß-abbauendes (proteolytisches) Enzym den Großteil bildet. Dieses kommt vor allem im Stamm der Ananaspflanze vor.

Das Enzym kann verdaut werden und hat somit Auswirkungen auf den gesamten Körper, anstatt nur im Magen und Darmtrakt zu wirken.

Im Körper bewirkt es den Abbau von verschiedenen Einweisen – sowohl in sauren, als auch in basischen Milieus. Außerdem wirkt es entzündungshemmend im nasalen Bereich und kann hier Schwellungen reduzieren.

Isoliert wurde das Enzym erstmals im späten 19. Jahrhundert. Es nimmt eine Schlüsselrolle in der Verdauung ein und kann bei vielerlei gesundheitlichen Beschwerden helfen.

 

Verwendung von Bromelain:

  • Allergien
  • Arthritis
  • Krebs
  • Gelenkschmerzen
  • Autoimmunerkrankungen
  • Asthma
  • Sinusitis
  • Sehnenentzündung
Anzeige

Anzeige

Wirkungsweise im Körper

Vereinfacht ausgedrückt spaltet Bromelain Proteine. Dadurch werden sie besser verwertbar gemacht.

Als proteolytisches Enzym unterstützt es den körpereigenen Verdauungsapparat.

Es bricht komplexe Proteine in kleinere Aminosäuren auf. Diese sind wichtig für Muskeln, Neurotransmitter und andere auf Proteinen basierende Moleküle.

Viele der gesunden Effekte des Enzyms treten allerdings erst auf, wenn es sich im Dünndarm befindet.

Erst dort werden die systemischen Wirkungen, wie Entzündungshemmung und Reduzierung von Schwellungen, effektiv.

 

Wirkung von Bromelain 

 

Krebs

Schon längere Zeit wird das Enzym mit einer krebshemmenden Wirkung in Verbindung gebracht.

Eine 2014 erschienene Studie befasste sich mit der Wirkung gegen das bösartige Peritoneal-Mesotheliom, einer sehr seltenen Krebsart.

Es zeigte sich, dass die Einnahme von Bromelain zu einem signifikanten Absterben der Krebszellen führte.

Die Forscher bezeichneten das Enzym als vielversprechenden Kandidaten für eine neue Behandlungsmöglichkeit gegen diese Form von Krebs.[1]

 

Verdauungsbeschwerden

Da es sich bei Bromelain um ein proteolytisches Enzym handelt, kann es den Körper bei der Verdauung und Verwertung von Nährstoffen unterstützen.

Auch bei Beschwerden und Krankheiten des Verdauungstraktes zeigte sich das Enzym bereits als wirksam.

Unter anderem kann es den Heilungsprozess von Geschwüren und Entzündungen fördern und gegen Verstopfung helfen.

 

Bromelain bei Gelenkschmerzen

Aufgrund seiner entzündungshemmenden und schmerzlindernden Wirkung ist Bromelain sehr hilfreich bei Gelenkschmerzen.

Ein 2004 veröffentlichtes Review zu bisherigen Studien betont das große Potential des Enzyms zur Behandlung von Arthrose.[2]

Eine 2014 erschienene Studie untersuchte die Effekte eines Kombinationspräparates aus Bromelain, Kurkuma und Teufelskralle.

42 Patienten mit Arthrose, die speziell unter Gelenkschmerzen litten, wurden untersucht. Bei Einnahme von 650mg des Präparates (2-3-mal täglich) reduzierten sich akute Schmerzen um 60%.[3]

 

Allergien und Asthma

2013 erschien eine Studie, welche die Effekte von Bromelain auf Asthma-kranke Mäuse untersuchte.

Das Enzym war nicht nur effektiv darin, die Empfindlichkeit gegen Allergien zu senken, sondern zeigte sich auch als wirksam gegen die Entwicklung von allergischen Atemwegserkrankungen.[4]

 

Bessere Erholung von Operationen

Eine 2014 erschienene Studie befasste sich mit den Effekten von Bromelain auf Patienten, bei denen Backenzähne entfernet werden mussten.

Speziell nach diesem Eingriff leiden die Patienten in der Regel an großen Folgeschmerzen und Schwellungen.

Die Versuchsgruppe, die das Enzym zusätzlich einnahm, berichtete von signifikant niedrigeren Schmerzen und Schwellungen. Die Kontrollgruppe erhielt lediglich ein Standard- Schmerzmittel.[5]

 

Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)

Eine Studie an der Universität Köln befasste sich mit der Wirkung von Bromelain auf Patienten mit chronischer Sinusitis.

Es wurden die Effekte des Enzyms an 12 Patienten mit und ohne Nasenpolypen untersucht. Die Teilnehmer hatten sich alle einer Sinusitis-Operation unterzogen, litten jedoch noch immer unter Beschwerden.

Nach dreimonatiger Behandlung mit 3000 mg Bromelain täglich verbesserten sich die Symptome und die Lebensqualität der Patienten signifikant, wobei keinerlei Nebenwirkungen auftraten.[6]

Eine frühere Studie aus Deutschland, in der die Effekte des Mittels Bromelain-POS auf Kinder, die an akuter Sinusitis litten, untersucht wurde, brachte ebenfalls positive Resultate hervor. [7]

 

 

Nebenwirkungen von Bromelain

Für die meisten Personen sollte die Einnahme von Bromelain ungefährlich sein. Allerdings können Durchfall und Magenbeschwerden als Nebenwirkungen auftreten.

Personen mit Allergien sollten vorsichtig sein. Das Enzym könnte allergische Reaktionen auslösen.

Schwangere, Stillende Mütter, Allergiker und Personen, die sich vor Operationen befinden, gelten als Risikogruppen.

 

Einnahme und Dosierung

Die optimale Dosierung hängt vom Produkt und dem gewünschten Effekte ab.

Zur Verdauungsförderung werden zwischen 200 und 2000 mg täglich zu Mahlzeiten eingenommen.

Bei Arthrose werden 2 Tabletten eines Kombinationsprodukt (Phlogenzym) dreimal täglich eingenommen. Dieses enthält 100 mg Rutin,  48 mg Trypsin und 90 mg Bromelain.

Für andere Zwecke werden zwischen 200 und 800 mg täglich eingenommen.

Eines der bekanntesten Mittel in Deutschland ist Bromelain-POS. Dieses wird zur Behandlung von Entzündungen mit Schwellungen, vorwiegend in der Nase und den Nasennebenhöhlen, verwendet.

Erwachsene und Kinder ab zwölf Jahren sollten zweimal täglich  eine Tablette mit etwas Flüssigkeit etwa eine halbe Stunde vor Mahlzeiten einnehmen..

————————————————————————————-
Quelle:
1 http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24366282
2 http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC538506/
3 http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24473984
4 http://www.hindawi.com/journals/ecam/2013/702196/
5 http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24316697
6 http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24273953
7
 http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15796206